Lösungsideen – Die Technik

Lösungsideen – Die Technik

Ich war letzten Mittwoch bei einer Sitzung des Nürnberger Stadtrates dabei, welcher zur Frage des Klimanotstands für Nürnberg debattierte. Am Sonntag hab ich auf dem Bardengottesdienst in Gostenhof ein paar Lieder und Worte an die Gemeinde richten können und viele Interessante Rückmeldungen, grade von der älteren Bevölkerung bekommen. Zwei gute Freunde von mir arbeiten in der Planung für Windkraftanlagen und in der Entwicklung von Offshore-Plattformen für Windkraft und ich höre ihnen immer sehr interessiert zu, wenn sie davon berichten. Daher möchte ich die nächsten drei Beiträge mal den Lösungsideen widmen.

Es muss was getan werden, da sind sich alle einig. Grob zusammen gefasst gibt es drei Ideenfelder, wie das Problem der globalen Erwärmung gelöst werden kann.
Technologischer Fortschritt, politische Einflussnahme, individuelles Verhalten.

Die Technik wird es schon richten.
Wenn wir uns den technologischen Fortschritt der letzten 100 Jahre anschauen, ist es nicht verwunderlich, dass viele Menschen großes Vertrauen in neue Entwicklungen haben, mit denen die Menschheit alle Probleme lösen kann. Im Silicon Valley in den USA gibt es viele Befürworter der Idee, dass wir jetzt noch 10 Jahre weiter Vollgas Energie und Rohstoffe verballern sollten und somit weiter im rasenden Tempo innovativen Fortschritt generieren können, um danach dann mit den neuen Technologien die Erde wieder bewohnbarer zu machen. 
Die momentane technologische Entwicklung im Klimasegment geht viel in die Verbesserung und Entwicklung von erneuerbaren Energien und zum anderen in die Rückholung von CO² aus der Atmosphäre. Es gibt mittlerweile Windräder, die über 200 Meter hoch sind und quasi ein ganzes Dorf allein versorgen könnten. In der Theorie könnte man einen Teil der Sahara mit Photovoltaikanlagen zupflastern und damit die ganze Welt mit Energie versorgen. Das Problem ist nicht die Fläche sondern der Transportund die Speicherung des Stroms. Für die Rückholung von CO² gibt es riesige Aufforstungsprojekte, oder die Idee, das CO² in große unterirdische Kammern zu pumpen. Die Fabriken würden ihre Schornsteine quasi nach unten biegen und die Abgase in den Boden leiten. Und es gibt noch tausend andere Projekte, die ganz interessante Möglichkeiten vorstellen. In der Theorie ist es also technologisch zum jetzigen Zeitpunkt schon möglich, den Planeten vor der Erwärmung zu schützen. 
Das Problem dabei ist nur, dass sich diese Technologien nicht zum Nulltarif produzieren lassen und die benötigten Ressourcen irgendwo her kommen müssen. Ein gutes Beispiel ist die neue Hoffnung in die E-Mobilität. Wenn jeder Erdenbürger nur noch Tesla fahren würde, dann bräuchten wir kein Öl mehr für die private Mobilität zu verbrennen und die CO²-Billanz sähe wesentlich besser aus. Der Tesla benötigt jedoch auch Energie, die irgendwie erzeugt und dann dezentral zur Verfügung gestellt werden muss. Und der Tesla muss gebaut werden, vor allem muss eine riesen große Batterie gebaut werden, damit das Stahlgefährt auch ein paar hundert Kilometer weit kommt.
Dazu braucht es momentan enorm viel Lithium. Und das Lithium kommt hauptsächlich aus Chile oder China, die enorme Umweltschäden für Förderung und Erschließen der Lithium-Vorkommen verursachen. Laut einer kürzlich erschienenen Studie könnte man mit einem Verbrennungmotor bis zu 300000 Kilometer fahren, um die CO²-Belastung, verursacht durch die Herstellung eines E-Autos, zu erreichen. Natürlich gibt es auch kleine, leichte E-Autos mit einer Reichweite von 50 Kilometern, die sich schon nach sehr viel weniger gefahrenen Kilometern positiv auf die CO²-Bilanz auswirken. Aber die meisten Modelle der großen Konzerne sind SUVs oder große Limousinen, denn der Akku für größere Reichweiten ist so groß, dass er super viel Platz braucht und daher nur in großen, schweren Autos eingebaut werden kann.
Ich persönlich glaube, dass der Wechsel auf E-Mobilität unserer Umwelt keinen großen Nutzen bringen wird, denn das Grundproblem ist immer das Selbe:
Es gibt auf der Erde und in ihrer Atmosphäre nur eine begrenzte Zahl an Rohstoffen und Energie. Das Erdsystem ist ein in sich geschlossenes System. Es gibt quasi eine limitierte Anzahl an Atomen und Grenzen, die nicht überschritten werden können. Wir können nicht unendlich viel Lithium Akkus oder Windräder bauen. Wir können auch nicht unendlich viel Energie erzeugen, daher muss unser Wachstum und Fortschritt irgendwann ein Ende haben. Mit dem Umstieg auf erneuerbare Energien und E-Mobilität verbrauchen wir weiterhin Ressourcen und Energie, ohne das unsere Konsumbedürfnisse beeinträchtigt werden. Auch wenn hier zu Lande alles grün und umweltfreundlich erscheint, müssen andere Regionen, wo unsere Konsumgüter hergestellt werden, dafür extrem leiden und ihre Umwelt zerstören. Es ist ein lokales Greenwashing der reichen Nationen zu Ungunsten der rohstoffreichen, weniger entwickelten Länder. Doch deren CO²-Ausstoß ist auch unserer, denn in der Luft gibt es keine Grenzen. 
Fazit: Jede Art der Ressourcen- und Energienutzung führt direkt oder indirekt zum Ausstoß von Treibhausgasen. Wir sollten uns also gut überlegen, wieviel wir noch nutzen wollen.


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